Zum Inhalt springen
Home » Verstoerende Kunst

Verstoerende Kunst

Nach dem mysteriösen Tod von Johannes Klein im Gasthaus zur goldenen Gans , wurden vor Ort, neben drei seiner besten Arbeiten, auch vier exklusive Bilder, die er vor seinem Dahinscheiden in Cölpin fertigte, versteigert.

Schnell merkten die Teilnehmenden, dass die neuen Bilder die Geschichte eines dunklen Ortes erzählten und gleichzeitig einen Einblick in sowohl Leben als auch Tod des Künstlers gaben. Die Unterschiede zwischen den alten und den neuen Werken in Stil und Beschaffenheit waren unverkennbar.

Doch das war nicht die einzige Merkwürdigkeit. Auch das Personal des Gasthauses verhielt sich höchst seltsam. Lethargisch und merkwürdig schienen sie das Anwesen nicht so recht verlassen zu wollen oder zu können… Der kaum zu überhörende Hausherr wachte mit Argusaugen und starker Hand über seine Angestellten, die sich in Teilen unwissend, in anderen Teilen verwirrt zeigten.

Selbst der Auktionator war sichtlich durch den Wind. Man munkelte, dass sein seltsames Gebärden von seiner Nähe zu den Bildern herrührte. Er war ständig, wie vom Erdboden verschluckt, redete wirr und konnte die Auktion nur unter großen Mühen zu Ende bringen.

Die Situation eskalierte, als von dem Mann, welcher den mutmaßlichen Tatort abriegelte, nur eine Blutlache übrigblieb. Der einzige Hinweis auf die Geschehnisse: ein Fleischerhaken, der zuvor noch bei den Bediensteten gesehen worden war. Nun, vielleicht nicht wirklich der einzige Hinweis. Dieses erschreckende neue Gemälde, auf dem der Verschwundene abgebildet war, konnte doch kein Zufall sein…

Als auch zwei der Bediensteten nacheinander unerwartet tot zusammenbrachen, spitzte sich die Lage zu. Die wirren, aber überraschend erhellenden Einsichten des Auktionators trugen zwar wenig dazu bei, die Anspannung zu lindern, gaben aber wertvolle Hinweise, die den Rätselnden bei der Aufklärung von Kleins Geheimnis unterstützten.

Kleins Bilder trugen den Wahnsinn in sich, doch es stellte sich heraus, dass der Künstler nicht der erste Gast war, der in diesem Etablissement zu Tode gekommen war. Nachdem eine eindrucksvolle Séance zu Tage förderte, dass Kleins Gönnerin ─ die Person, die ihn überhaupt dazu veranlasst hatte, das Gasthaus aufzusuchen und ihn damit anscheinend in den Tod lockte ─ ebenfalls unter den Anwesenden war, stieg die Anspannung.

Auf die Liste der zu lösenden Mysterien reiht sich neben den Umständen von Kleins Tod, dem Verschwinden des Wachmannes, dem geheimnisvollen Gönner oder der Gönnerin schließlich auch die Frage nach dem Ursprung des Fluchs ein, der scheinbar auf den Besitzern des Gasthauses liegt.

Nun standen die Investigatoren vor der schwierigen Frage, ob das Brechen des Fluches Erlösung oder Verdammnis der Anwesenden bedeuten würde. Hitzige Diskussionen über die Verantwortlichen von Kleins Tod sowie die Durchführung des Rituals brachen aus. Verschwundene Gemälde, Kontakte mit dem Übernatürlichen sowie die Wiederkehr von verloren geglaubten Personen gossen weiteres Öl ins Feuer.

Schlussendlich entschlossen sich die Spielenden dazu, die Bilder zu zerstören, um jegliches Unheil zu vereiteln. Ob dies die richtige Entscheidung war?